Kreisgruppe Geretsried Bad Tölz-Wolfratshausen

Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.

© 2019 Siebenbürger Sachsen Geretsried. Alle Rechte vorbehalten.

Urzeln erobern Mailand

14.10.2019

Es gibt 3 Dinge im Leben, die niemals zurückkehren: das Wort, die Zeit und die versäumten Gelegenheiten. Dies haben sich die Urzeln aus Geretsried zu Herzen genommen, dabei die Zeit vom 3. bis 6. Oktober genutzt, die Gelegenheit beim Schopf gepackt und somit die Poebene in Italien kennen gelernt.

 

Die Abfahrt war kühl und regnerisch, aber ab Brenner warm und sonnig, so dass wir am Ufer des Gardasees einen Aperol Spritz genießen konnten. Vorbei ging es am kürzesten Fluss der Welt, am Aril, der schon nach nur 175 Meter im Gardasee mündet. Unser Hotel, in der Gemeinde Valeggio sul Mincio gelegen, konnten wir leider nur Nachts erkunden, mit ihrer Burg Scaliger und dem warmen gelben Licht, welches ein besonderes Flair ausstrahlte.

 

Der nächste Tag begann mit einer Fahrt nach Parma, zu dem bekannten Dom, dann durch die Stadt zurück zum Bus und weiter zur Besichtigung einer Parmaschinken Fabrik in Langhirano, mit einem Schinken, der nur mit Meersalz eingerieben wird, ein Jahr braucht bis er reif ist und in dieser Zeit 30 % seines Gewichts verliert. Trotzdem haben wir von ihm gekostet und gekauft. Einige Kilometer weiter erwartete uns eine Balsamico Verköstigung. Sie liegt bei Modena, verwendet werden nur Trauben aus dieser Region. Durch langes Kochen werden diese eingedickt, so dass nur noch 30 – 70% übrig bleibt, um danach in 5 verschiedenen Fässern mehrere Jahre zu lagern. Sie werden nur in 100 ml Fläschchen verkauft, das Teuerste war 35 Jahre alt. Der Inhalt aller Fläschchen wird nur tröpfchenweise benützt, während in unseren Geschäften zum Balsamico noch zusätzlich Essig in die Literflaschen kommt. Das Abendessen in Custoza bestand aus einem 4 Gänge Menü mit der Spezialität dieser Gegend, den originalen Tortellini, deren Herkunft in Modena und Bologna ist, (darüber wird noch gestritten). Sie sind nur zu empfehlen.

 

Und jetzt der 3. Tag: Mailand wir kommen. Waren Sie schon am Oktoberfest und lieben die Menschenansammlungen? Da müssen Sie nicht erst nach München fahren. Kommen Sie einfach nach Mailand, hier finden Sie viel mehr Leute. Bereits die vielen Busse bereiten Sie auf das Kommende vor. Aussteigen und schon muss der Bus weiterfahren. Der Reiseleiter warnt vor den Straßenhändlern, die nicht nur verkaufen, sondern auch in fremde Taschen greifen. Nicht mit uns: schließlich wollen die Urzeln in ihren schwarzen T-Shirts Mailand erobern, nicht beklaut nach Hause kommen.

 

 

Trotz alledem ist diese Stadt eine Reise wert. Wir beginnen unseren Rundgang am Springbrunnen vor dem Castello Sforzesco, einem Stadtschloss, in dem sich heute ein Museum befindet. Baubeginn war 1450. Hier hinterließ unter anderem auch Leonardo da Vinci seine Handschrift. Wer eine lockere Geldbörse hatte, konnte diese in der Einkaufsgalerie Galleria Vittorio Emanuele leeren. Dann aber hin zum Mailänder Dom. Da stehst du nun vor der imposanten gotischen Kathedrale und kannst nur staunen. Fünf Jahrhunderte brauchte man für diesen Bau. 1386 wurde er begonnen und schon damals mit seiner 11000 qm großen Grundfläche, zur größten Kirche Europas ernannt. Um in den Dom zu kommen, musste man 1 Stunde anstehen, trotz Eintrittsgeld. Leider mussten wir passen, die Zeit rannte und ca. 15 Sehenswürdigkeiten warteten noch in dieser Stadt. Alle aufzählen würde diesen Artikel sprengen. Trotz aller Umstände war es ein Erlebnis und nur Empfehlenswert. Etwas müde fuhren wir weiter zum Weingut in Franciacorta. Hier lernten wir, dass man zu jeder gereichten Vorspeise immer auch den richtigen Wein benötigt. Dies hat überzeugt, jeder kaufte sich einen Vorrat dieser Weine, muss jetzt aber zu Hause die dazu passenden Speisen selber kochen.

 

Leider war am 6. Oktober schon wieder alles vorbei. Vorher besuchten wir noch das mittelalterliche Städtchen Mantua. Hier muss man nicht weit gehen, um zu den Sehenswürdigkeiten in der Altstadt zu gelangen. Unter anderen der große Marktplatz, umringt von imposanten Gebäuden, weiter zum Dogenpalast und zur Basilika St. Andrea, von außen unscheinbar, aber innen beeindruckend groß und schön. Etwas war hier anders. Überall klangen die Kirchenglocken wie die in manch einem rumänischen Kloster, wo man auf ein Holz schlägt und zum Essen ruft: „bate toba“. Daran müssen sich meine Ohren noch gewöhnen.

 

Und schon hat uns Deutschland mit seinem Regen wieder. Trotz langer Staus konnten wir mit Hilfe unseres Busfahrers, der alle Schleichwege kannte und auch sonst eine Wucht war, bereits um 21 Uhr zu Hause sein. Es waren 4 ereignisreiche, wunderschöne, interessante und warme Tage. Keine Angst, wir haben uns nicht „abgestrampelt“, für alles war genügend Zeit. All dies aber wurde ganz alleine von Kerstin Wagner organisiert und überwacht. Recht herzlichen Dank. Du hast uns überzeugt. Schön war es und was haben wir mitgebracht: die Erkenntnis das die Spezialitäten hier in Original besser schmecken als bei uns, aber auch, dass man die schönsten Bauten nicht in Rekordzeiten aufstellen kann. Nein, hier braucht man die nötige Zeit, auch wenn es Jahrhunderte dauert.

 

Please reload