Kreisgruppe Geretsried Bad Tölz-Wolfratshausen

Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V.

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Geretsrieder Theater- und Tanzgruppe gastierten in Siebenbürgen

04.09.2007

Ein voller Erfolg war die Teilnahme der beiden Kulturgruppen aus Geretsried an der Siebenbürgisch-sächsischen Kulturwoche in Hermannstadt, verbunden mit einer erlebnisreichen Fahrt vom 4.-14. August 2007 in die alte Heimat Siebenbürgen.

 

Im Vorfeld wurde regelmäßig für das Theaterstück „Meng Vueter“ von Maria Haydl unter der Regie von Hans Depner und die Erwachsenentanzgruppe unter der Leitung von Inge Konradt, vertreten auf der Reise durch Marianne Marzell, geprobt. Die Auftritte in Siebenbürgen wurden gewissenhaft vorbereitet. Da fast alle Theaterspieler auch in der Tanzgruppe mitmachten, konnte der Reiseaufwand gemindert werden.

Als Sendboten der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V. erlebten wir, im Zusammenwirken mit anderen Kulturgruppen, ein eindrucksvolles Programm am 6. August 2007in dem randvollen Hermannstädter Thalia-Saal. Unter dem Motto „Siebenbürgisch-Sächsisch, wie es singt und klingt“ spielten die „Original-Karpaten-Express-Blaskapelle“ Stuttgart und die „Jugendblaskapelle Petrifeld und Bildegg“ der Sathmarer Schwaben gekonnt flotte Weisen, dazu tanzten die Jugendtanzgruppe Schäßburg und unsere Erwachsenentanzgruppe. Mit Ausnahme der Sathmarer Schwaben und der Stuttgarter Blasmusik trugen alle die siebenbürgisch-sächsische Festtracht, die vor allem im Theaterstück „Und wonn hie dennich kit“ von Maria Haydl, aufgeführt von der Theatergruppe Augsburg unter der Leitung von Maria Schenker, das Bühnenbild beherrschte. Im voll besetzten Thalia-Saal in Hermannstadt gestaltete die Erwachsenentanzgruppe Geretsried die Siebenbürgisch-sächsischen Kulturwoche am 6. August mit. Hinter den Tänzern hatte die „Original-Karpaten-Express“ Blaskapelle Stuttgart Platz genommen. Im Hintergrund sind die Kulissen der Theatergruppe Augsburg zu sehen, die mit dem Mundartstück „Und wonn hie dennich kit“ viel Applaus erntete. Foto: Roland Widmann Als Gastgeber eröffnete der Bürgermeister von Hermannstadt und Vorsitzender des Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR), Klaus Johannis, die Veranstaltung und begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen, Dr. Georg Milbradt mit Gattin, den Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Dr. Bernd Fabritius, den Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, Dr. Paul-Jürgen Porr, und den Bürgermeister von Wolfratshausen, Reiner Berchtold mit Gattin Gerlinde, die aus Schäßburg stammt. Dem Bürgermeister Klaus Johannis überreichte unser Regisseur Hans Depner ein Buchgeschenk samt Grußschreiben der Geretsrieder 1. Bürgermeisterin Cornelia Irmer.

 

 

 

 

Auftritte in Mediasch und Michelsberg

 

Wegen der knappen Übernachtungsmöglichkeiten in Hermannstadt bezogen wir Quartier im Hotel „Select“ in Mediasch. Unsere Theater- und Tanzaufführung in Mediasch im viel zu kleinen Saal des Schullerhauses wurde zum Erfolg, und Bürgermeister Daniel Thellmann freute sich, nach 30 Jahren, wieder einen siebenbürgisch-sächsischen Theaterabend eröffnen zu können. Am Ende meldete sich der Kurator von Reichesdorf, Johann Schaas, zu Wort und dankte in bewegenden Worten für diese Veranstaltung.

Zur dritten Darbietung, auf der Michelsberger Burg, fuhren wir zunächst nach Heltau, wo wir im früheren Gesellschaftssaal zu Mittag einkehrten und uns für den Burgauftritt stärkten. Bei gutem Wetter konnten wir die umfangreichen Requisiten zur Burgkirche hoch tragen. Die über 250 Stühle, welche samt Tischen hinaufgeschleppt wurden, reichten nicht aus für das herbeiströmende Publikum. In weiser Vorarbeit hatte Uwe Hatzak aus Nürnberg, der Sohn der Autorin Maria Haydl, Vorhänge besorgt und Drahtseile in der sonst leeren Burgkirche aufgespannt und damit eine Theateraufführung ermöglicht.

Als Veranstalter eröffnete Benjamin Jozsa, Geschäftsführer des Siebenbürgenforums, die Theatervorführung und begrüßte die vielen Zuschauer in der randvoll besetzten Kirche, darunter Landsleute, die zu den zahlreichen Heimatortsgemeinschaftstreffen angereist und ein dankbares, verständiges und mundartkundiges Publikum waren.

Bei wechselhaftem Wetter unternahmen wir einen zweitägigen Abstecher per Bus in das Burzenland mit Übernachtung im gastfreundlichen Gästehaus des „Saxonia-Stiftung“ in Rosenau, das man gut weiter empfehlen kann. Nach einer Führung durch Kronstadt und die Schwarze Kirche, einem Kurzbesuch in der Schulerau sowie – am zweiten Tag – einem Ausflug nach Sinaia zum sehenswerten Königsschloss Peleşs und zur Tartlauer Kirchenburg kehrten wir nach Mediasch zurück. Danach standen jedem drei Tage zur freien Verfügung. Voller guter Eindrücke traten wir am 14. August die Heimreise an. Die beiden Busfahrer Eduard Tontsch als Busunternehmer und Hans Lintzing als Zusatz-Fahrer, beide aus Geretsried, brachten uns wohlbehalten nach Hause und erfuhren Dank und Lob dafür.

 

 

Überraschend viele Treffen in Siebenbürgen

 

Die Hermannstädter rumänische Lokalpresse, vertreten durch das Tagesblatt „Tribuna“ titelte am 7. August 2007 über die Brauchtumsveranstaltung im Thalia Saal: „Cultură cu iz săsesc“ (übersetzt „Kultur mit sächsischem Flair“) und würdigte die sieben Tage dauernden Kulturtage der Siebenbürger Sachsen. Tatsächlich haben diese Veranstaltungen in einer freundschaftlichen und harmonischen Atmosphäre stattgefunden, wobei unerwartet viele Gemeinden ihre Heimattreffen in der Umgebung von Hermannstadt, Mediasch und Schäßburg abhielten. Diese Landsleute und die Einheimischen waren unsere Zuschauer.

Möge der von Klaus Johannis in seinem Grußwort geäußerte Wunsch, solche Kulturwochen in Hermannstadt auch in Zukunft einzuplanen, Wirklichkeit werden, damit auch andere Kulturgruppen unserer Landsmannschaft mit ihren Darbietungen in der alten Heimat die Zuschauer erfreuen können.

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