Vortrag über Luthers Einfluss


Wer dachte alles über Luther zu wissen, konnte sich am 28. März in der Stadtbibliothek Geretsried von Studiendirektor a. D. Horst Göbbel eines Besseren belehren lassen. Nach der Begrüßung durch unsere Vorsitzende Ursula Meyndt und Kulturreferentin Iris Maurus stimmte uns der Chor unter Renate Klemm mit dem Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ auf den Nachmittag ein. So wurde Luther uns allen gegenwärtig mit dem von ihm geschriebenen Lied, der laufenden Ausstellung „Reformation in Siebenbürgen“ und dem spannenden Vortrag von Horst Göbbel.

Weshalb macht uns dieses Jahr auf Luther so neugierig? Es sind die 500 Jahre Reformation. 500 Jahre seit dem 31. Oktober 1517, als Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg nagelte. Durch diese Thesen bekämpfte er die Ablassbriefe der Kirche und deren Parole: „Die Seele in den Himmel springt, wenn die Münze erst im Kasten klingt“. Aber mit den Worten: „Jeder Christ, der wahrhaft Reue empfindet, hat vollkommenen Erlass von Strafe und Schuld, auch ohne Ablassbriefe“, hatte er eine Spaltung der Kirche provoziert.

Die Bibel wurde bereits vor Luther ins Deutsche übersetzt. Da diese aber wortwörtlich übersetzt wurde, war sie dem Volk oft unverständlich. Somit riet Luther den Priestern: „Ihr müsst dem Volk aufs Maul schauen“ und „Du musst so reden, dass die Leute dich verstehen“ und begann mit einer eigenen Übersetzung. Diese machte er direkt aus dem Griechischen und Hebräischen, aber nicht wörtlich, sondern sinngemäß, in einem volkstümlichen Deutsch. Diese Übersetzung wurde sofort von der breiten Bevölkerung angenommen und konnte sich durch die Buchdruckerei schnell verbreiten. Die erste komplette Lutherbibel erschien 1534. Sie wurde die Grundlage für unsere deutsche Hochsprache und Goethe sagte: „Erst durch Luther wurden wir ein deutsches Volk“. Luthers Geist fand auch in Siebenbürgen eine Heimat und wurde dort von Johannes Honterus, einem Kronstädter Priester, eingeführt. 1543 schreibt Honterus das Reformationsbüchlein, das Luther in seinem Brief an den Pfarrer aus Hermannstadt, Mathias Ramser, mit den Worten lobte: „Auch ich könnte es nicht besser schreiben“. Es wurde zur Grundlage für Schule, Kirche und Konfirmation in Siebenbürgen. Als Dank für den wunderbaren Vortrag konnten wir Horst Göbbel einen Wunsch erfüllen: Brötchen mit evangelischem Speck – wobei sich die Frage ergab: Weshalb heißt dieser Speck „evangelisch“?


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